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Google und die Heuchler von der Print-Fraktion

Weiterhin müssen Qualitätsvermarkter viel stärker als in der Vergangenheit Allianzen untereinander schließen. Kein Medienhaus hat alleine genug Reichweite, um es mit Playern wie Google oder Facebook aufzunehmen. Und drittens müssen wir aufpassen, dass unser Restplatz-Inventar unter unserer Kontrolle und preislich wertig bleibt.

 

So Christoph Schuh, CMO von TomorrowFocus auf horizont.net.

Aber mit Verlaub:
So lange Focus.de Google erlaubt, seine Seiten zu indexieren und so den Traffic über die Suchmaschine gerne mitnimmt und kapitalisiert, und solange die Restplätze über Google-Ads verkloppt werden, ist das Gejammer der Verlagsvertreter wie Herrn Schuh nichts als Pharisäertum.

Tofo

Geht sterben.

Interessantes Konzept: Der Guardian öffnet seine Inhalte

Der Guardian öffnet seine Inhalte

Während andere Tageszeitungsverlage darüber nachdenken oder schon dabei sind, ihre Inhalte hinter Bezahlmauern abzuschirmen, geht die britische Tageszeitung The Guardian den umgekehrten Weg: Sie lädt Dritte ein, ihre Inhalte – mehr als eine Million Artikel, die bis zum Jahr 1999 zurückreichen – zu verwenden. Der Guardian stellt dafür auf seiner Open Platform sogar Programmierschnittstellen bereit, die es anderen Unternehmen erleichtern, auf die Guardian-Inhalte zuzugreifen. Heute hat die Zeitung dafür ihre sogenannte Open Platform offiziell gestartet. Sie stand bereits länger als Betaversion offen, mehr als 2000 Entwickler haben sich bislang daran beteiligt.

Auch der Guardian hat aber nichts zu verschenken: In drei Zugriffsmodellen ist genau festgelegt, wie auf welche Inhalte zugegriffen werden darf. In einer ersten Ebene darf jedermann ganz ohne Registrierung auf die Schlagzeilen zugreifen. Ebene zwei setzt eine Registrierung voraus; Nutzer erhalten dabei Zugang zu den kompletten Artikeln, der Guardian liefert aber darin auch Werbung und Code für die Zugriffsanalyse aus. Wer werbefreie Inhalte oder individuellen Support möchte, soll sich für eine maßgeschneiderte, kostenpflichtige Lösung an den Betreiber wenden. Ein FAQ-Dokument erklärt die Details.

Und ganz weit weg vom Gejammer vom bösen Inhalteklau und Forderungen nach Leistungsschutzabgaben und co. deutscher Verleger.
Bin gespannt, ob das funktioniert...